ICA CCR-Forschungskonferenz 2025: Genossenschaftliche Identität – Wer sind wir als Bewegung, als Organisationsform und als Genossenschaftler?

Die IfG auf der ICA in Helsinki 2025 (Autorin: Agustina Malvido)

Mehr als hundert Forscher*innen und Praktiker*innen trafen sich vom 12. bis 13. Juni 2025 auf der ICA CCR-Forschungskonferenz in Helsinki. Gemeinsam mit anderen Kolleg*innen moderierten Mitglieder des Instituts zwei Forschungsstränge und stellten dort ihre Forschungsergebnisse vor.th to 13th of June in 2025. Together with other colleagues, members of the Institute moderated and presented their research in two research tracks.

Im Themenbereich „Große etablierte Unternehmen versus kleine neue Genossenschaften“ untersuchten Jos Bijman, Markus Hanisch und Katrin Martens, wie diese Kluft überbrückt, die Stärken beider Welten genutzt und eine gemeinsame Sprache wiederentdeckt werden könnte. Zunächst stellten sie eine Typologie zur Verbesserung der Forschung über landwirtschaftliche Genossenschaften vor. Anschließend präsentierte Daniel Petrovics beeindruckende Arbeiten zur Messung der Wirkung von Genossenschaften auf verschiedenen Ebenen, die er gemeinsam mit Taneli Vaskelainen und Thomas Bauwens entwickelt hatte. Abschließend präsentierte Jos Bijman Ergebnisse aus der Übersichtsstudie von Alain Gatunange und ihm selbst darüber, was neue Genossenschaften erfolgreich macht.

Im Rahmen des Themenbereichs „Genossenschaftliche Bildung“ moderierten Jos Bijman und Markus Hanisch eine interessante Diskussion darüber, wie die genossenschaftliche Bildung (in speziellen Kursen und/oder in anderen Kursen und Studiengängen) gestärkt werden kann und wie Lehrende im Bereich der Genossenschaftsbildung sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen können. Ivan Boevsky und Krassimir Kostenarov stellten einige Herausforderungen und Chancen für die genossenschaftliche Bildung in Bulgarien vor. Bridget Carroll präsentierte das Zertifikatsprogramm „Co-operative Governance and Professional Development“ in Irland. Luis Armando Trejo stellte die Bildungsstrategie der Genossenschaft ACAVEN de R.L. in El Salvador vor. Sigurd Rysstad und Eystein Ystad präsentierten die Strategie und die Inhalte von Kursen für gewählte und angestellte Führungskräfte in landwirtschaftlichen Genossenschaften in Norwegen. Auf einer eher konzeptionellen Ebene untersuchte Pekka Hytinkoski verschiedene Bildungsphilosophien und kritische Pädagogik.

Darüber hinaus wurden zwei Beiträge vorgestellt, die ursprünglich für den Masterstudiengang „Kooperation und Genossenschaften“ an der Humboldt-Universität zu Berlin konzipiert und verfasst worden waren. Delia Scheel und Benedikt Hoppe stellten ihre systematische Literaturrecherche zu den Determinanten des Vertrauens in landwirtschaftlichen Genossenschaften vor, und Berkay Üstün präsentierte den Fall der İzmir-Genossenschaft mit Schwerpunkt auf dem lokalen Widerstand gegen die neoliberale Landwirtschaft.

Nach zwei intensiven Tagen der Diskussion und des Austauschs über genossenschaftliche Identität hallen Maryline Fillipis Worte über die überlebende Utopie, die weder rein noch verloren, sondern transformiert ist, noch nach und werden wahrscheinlich die zukünftige Forschung und Lehre zu Genossenschaften leiten.   

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