Die kürzlich im „Australian Journal of Agricultural and Resource Economics“ (AJARE) veröffentlichte Studie zeigt, dass Maschinenringe eine effiziente Organisationsform der Zusammenarbeit zwischen kleineren landwirtschaftlichen Betrieben darstellen können, insbesondere in Gegenden, in denen die ländliche Infrastruktur nur schwach ausgebaut ist.
Als ehemaliges Sowjetland hat Tadschikistan Schwierigkeiten, die ländliche Wirtschaft zu stärken, die weitgehend von der Landwirtschaft geprägt ist. Oftmals gibt es keinen Markt für ländliche Dienstleistungen, und die Bauern sehen sich in einer Sackgasse. Zuverlässige Maschinendienstleistungen (z. B. für die Ernte) sind schwer zu finden, und die Technik ist oft veraltet. Dies hat eine Geberorganisation dazu veranlasst, kleine Maschinenringe in Tadschikistan zu gründen und zu subventionieren. Es ist jedoch fraglich, ob diese Ringe tragfähig sind und ob ein gemeinsames Gefühl der Mitverantwortung und Zusammenarbeit entstanden ist. Anhand eines gerahmten Feldexperiments untersucht die vorliegende Studie die Bereitschaft der Mitglieder bestehender Maschinenringe, gemeinsam erneut in neue Maschinen zu investieren. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Bereitschaft zu kollektiven Investitionen stark variiert und von verschiedenen Faktoren abhängt: Gewählte Maschinenkreisleiter beispielsweise regen Investitionen in neue Maschinen an. Auch die wahrgenommene Ungerechtigkeit bei der Nutzung wirkt sich entscheidend auf Neuinvestitionen aus. Insgesamt sind die kollektiven Investitionen hoch, verglichen mit der Annahme, dass sich Landwirte rein egoistisch verhalten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Gründung von Dienstleistungsgenossenschaften, wie z. B. Maschinenkreisen, eine tragfähige Option zur Stärkung der ländlichen Dienstleistungsversorgung sein kann, wobei jedoch verschiedene kontextuelle Faktoren berücksichtigt werden müssen.