Mitglieder des Instituts nahmen am Symposium “The Role of Value Chain Development in Agri-Food Systems Transformation” teil, das vom 22. bis 23. September 2025 vom Zentrum für ländliche Entwicklung der Humboldt-Universität zu Berlin und der International Value Links Association organisiert wurde. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Wertschöpfungskettenentwicklung zu einem zentralen Rahmenkonzept für Praktiker entwickelt, die darauf abzielen, die sozioökonomischen Bedingungen der Akteure in Wertschöpfungsketten, insbesondere von Kleinbauern in ländlichen Gebieten, zu verbessern. Das Symposium förderte den strukturierten Dialog zwischen Forschern und Praktikern durch moderierte interaktive Workshops, die sich auf sechs Schlüsselprinzipien konzentrierten: (1) Systemdenken, (2) Verknüpfung von Agrarökologie, Landschaft und Ernährung mit wirtschaftlichen Perspektiven, (3) starke Nachhaltigkeit und planetarische Grenzen, (4) Fokus auf Wirkung, (5) Zusammenarbeit mit und durch Change Agents und (6) transformatives Handeln und verwandte Konzepte.
Das Symposium betonte die entscheidende Rolle, die Genossenschaften als wichtige stakeholder und Partner in Projekten zur Entwicklung von Wertschöpfungsketten spielen können, insbesondere bei der Verbesserung der Lebensbedingungen von Landwirten. Von besonderem Interesse war ein Workshop, der sich mit dem Verständnis der Rolle und den Merkmalen von Change Agents befasste – definiert als Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen, die als Katalysatoren fungieren, um positive Veränderungen innerhalb eines Systems, wie z. B. einem Unternehmen oder einer Organisation, zu initiieren, zu erleichtern und voranzutreiben. Zu den wichtigsten Eigenschaften von Change Agents gehören Führungsqualitäten, Kommunikationsfähigkeiten, Anpassungsfähigkeit, Problemlösungskompetenz und die Fähigkeit, andere zu inspirieren.
In der Gruppenarbeit wurden weitere wichtige Eigenschaften von Change Agents identifiziert. Change Agents sollten eine Vision haben, die über ihre unmittelbare Rolle hinausgeht, und die Bereitschaft zeigen, Kompromisse einzugehen und Risiken einzugehen. Sie sollten Einfluss und Macht haben, in der Lage sein, Compliance durchzusetzen, und zielgerichtet handeln. Ihre Rolle besteht oft darin, Verbindungen herzustellen und Menschen zusammenzubringen, unterstützt durch ein klares Mandat. Sie verkörpern eine unternehmerische Haltung, setzen sich für Veränderungen ein und können innerhalb von Systemen eine doppelte Rolle als Katalysatoren und Stabilisatoren übernehmen. Für Einzelpersonen sind persönliche Eigenschaften wie Persönlichkeit, Motivation, Werte und Visionen unerlässlich, um Veränderungen effektiv voranzutreiben und aufrechtzuerhalten.
Als Wissenschaftler im Bereich der Genossenschaftsforschung hat uns das Symposium dazu angeregt, enger mit Praktikern und Genossenschaftsmitgliedern zusammenzuarbeiten, um die Rolle von Genossenschaften nicht nur als stakeholders, sondern auch als potenzielle Akteure des Wandels, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln können, besser zu verstehen und zu unterstützen.
Symposium on Value Chains Development (Author: Agustina Malvido)