Herzlichen Glückwunsch an Malte Müller, der im Mai 2021 seine Doktorarbeit erfolgreich verteidigt hat. In seiner Forschungsarbeit untersuchte Malte Müller, welche Faktoren dazu führen, dass Mitglieder landwirtschaftlicher Erzeugergemeinschaften nicht eigennützig handeln, sondern zum Wohle der Gemeinschaft.
Landwirtschaftlichen Erzeugerorganisationen und Genossenschaften wird ein hohes Potenzial zugeschrieben, zum Wachstum im ländlichen Raum und zur Armutsbekämpfung beizutragen. Andererseits leiden viele dieser Organisationen unter internen Problemen des kollektiven Handelns, bei denen individuelle, kurzfristige Interessen mit dem kollektiven Ziel der Organisation in Konflikt stehen. Unter Anwendung verhaltensökonomischer Methoden zeigt Malte Müller in seiner Dissertation, dass soziale Normen wie Fairness und Altruismus sowie die Rolle legitimierter Führung und gegenseitigen Lernens eine wesentliche Rolle dabei spielen, eigennütziges Verhalten der Mitglieder zu verhindern. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Vielfalt der Erzeugerorganisationen in politischen Strategien stärker berücksichtigt werden sollte. Für Fördermaßnahmen seitens der Politik und der Entwicklungszusammenarbeit ist es zudem entscheidend, dass finanzielle Anreize für Genossenschaften nicht im Widerspruch zum Zweck der Genossenschaft selbst stehen.