Herzlichen Glückwunsch an Marleen Thürling, die ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Genossenschaften zur Sicherung von Leistungen der Daseinsvorsorge? Bürgerliches Engagement zwischen Selbstermächtigung und überzogenen Anforderungen“ erfolgreich verteidigt hat. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stand die Analyse neu gegründeter Genossenschaften, die Dienstleistungen von allgemeinem Interesse erbringen. Dabei handelt es sich um bürgerschaftlich motivierte Start-ups, die einen Beitrag für ihre Gemeinden leisten und sich vor allem durch das Engagement ihrer Mitglieder auszeichnen. In ihrer Arbeit zeigte Marleen Thürling, dass dieses Engagement sowohl in wirtschaftlicher als auch in sozialer Hinsicht konstitutiv für Genossenschaften ist. In einem regionalen Vergleich wurde deutlich, dass die Gründung und der Erfolg dieser Unternehmen entscheidend von den jeweiligen Rahmenbedingungen und Unterstützungsstrukturen vor Ort abhängen. Daher ist es notwendig, kommunales Handeln auf die Förderung bürgerschaftlichen Engagements auszuweiten. Letzteres ist entscheidend für den sozialen Zusammenhalt und die Unterstützung ländlicher Gebiete. Infolgedessen könnten Genossenschaften zu einer neuen Form der Governance zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden, die in Zukunft voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Referenz: Thürling, M. & Hanisch, M. (2021): Genossenschaften für das Gemeinwesen: Bürgerschaftliches Engagement zur Sicherung der Daseinsvorsorge?. Zeitschrift für Sozialreform (ZSR) 69 (3), S. 1-33.